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Was passiert mit dem Körper bei Stress? 

Das Phänomen einfach für Wissbegierige und Anfänger erklärt

Was passiert mit dem Körper bei Stress

 Das Wichtigste zuerst: 

Wie definieren wir Stressauslöser und -symptome?

Viele Menschen - vielleicht gehörst du auch dazu - stellen sich direkt konkrete Situationen vor. Etwa die ganz klassische berufliche Beanspruchung, also viel Druck von allen Seiten und dazu meist nur begrenzt Zeit, alles zu erledigen, oder ganz grundsätzlich Zeitdruck, weil noch eine ganze Menge bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt werden muss. 

Per Definition meinen wir aber zunächst einmal nur die Reaktion eines Menschen auf eine hohe psychische oder physische Anforderung. Was man als derartigen Stressauslöser empfindet, ist ganz subjektiv - so können viele Dinge der einen Person Aufregung bereiten, während eine andere in der gleichen Situation ganz cool bleibt. 

Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt etwa Druck, Anspannung, Belastung. Per se ist die körperliche Reaktion auf etwas Bedrohliches erstmal nichts Schlechtes, sondern äußerst hilfreich: Wenn uns beispielsweise ein wildes Tier angreift, müssen wir schnell reagieren können, um unser Überleben zu sichern. 

Ein Beispiel

Gleich nach dem Aufwachen wandert dein Blick auf das Handy. Gibt es etwas Neues aus dem Freundeskreis? Nur ganz schnell die sozialen Netzwerke checken, bevor es unter die Dusche geht. Dein Chef hat gestern Abend noch eine dringende Email verschickt. Genervt liest du, dass das Projekt, an dem du gerade arbeitest, schon heute Mittag fertig sein muss. 

Du dachtest, du hättest noch zwei Tage Zeit dafür! Das Frühstück muss ausfallen, du hast keine Zeit. Gehetzt geht es ins Büro, wo du dich durch den Arbeitstag kämpfst. In Gedanken bist du nebenbei schon beim Wäscheberg, der sich zu Hause türmt, beim wichtigen Arzttermin morgen Nachmittag und beim Geburtstag deines besten Freundes am kommenden Wochenende, für den du immer noch kein Geschenk besorgen konntest... 

Kommt dir das so oder so ähnlich bekannt vor? Zu viele Termine und Multitasking sind leider typische Stressfaktoren unserer heutigen Zeit.

Lass uns starten

Nun hast du eine Vorstellung davon, was Stressfaktoren und die Definition grundsätzlich sind und worum es bei unserer Fragestellung gehen soll. Jetzt kommen wir zum nächsten Schritt, in dem ich dir erläutern werde, was genau dieses Phänomen im Körper auslösen kann. Los geht's! 

Du willst wissen was langfristiger Stress mit deinem Körper macht?

Kein Problem... erklären wir dir!

Als Nächstes wollen wir uns anschauen, welche kurz- und langfristigen Folgen diese Art von Belastung für unseren Körper hat. Wir wollen dabei natürlich auch darauf schauen, wie du die negativen Auswirkungen vermeiden kannst. 

Selbst wenn das Thema und dessen physische Folgen für dich noch komplett neu ist, wirst du nach dieser Erläuterung gut über diese Fragestellung Bescheid wissen. Keine Sorge, ich werde dir ganz verständlich und mit möglichst wenig Fachwörtern erklären, was du rund um das Thema wissen solltest. 

Dieser REALTALK Ratgeber gibt dir klar und ohne Umschweife eine Antwort auf die wichtige Frage: Was passiert mit dem Körper bei Stress?

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Das sind die konkreten Schritte:

Wir wollen nun gemeinsam durch die folgenden Schritte gehen. Dieser Überblick soll dir dabei helfen, genau zu wissen, was dich erwartet und wo wir jeweils stehen. So kannst du im Anschluss problemlos selbst versuchen, das Stresslevel in deinem Körper zu sehen und Stressauslöser zu vermeiden.

Stresssymptome - Vorbereitung:

Welche Effekte lösen Druck und Beanspruchung kurzfristig im Körper aus?
Was passiert längerfristig mit unserem Körper?
Wie kannst du den negativen Folgen entgegen wirken?

Welche Effekte lösen Druck und Beanspruchung kurzfristig im Körper aus?


Was passiert mit dem Körper bei Stress

Die körperlichen Effekte, die durch physische oder psychische Bedrohung ausgelöst werden, sollen deinen Körper für einen gewissen - üblicherweise nur kurzen - Zeitraum besonders leistungsfähig machen. Das klassische Beispiel des Säbelzahntigers, der unsere Vorfahren in der Steinzeit zum Frühstück verspeisen wollte, ist hier ein besonders anschauliches Bild. Wenn du einen Säbelzahntiger erblickst, ist es Zeit zu agieren - und zwar schnell! 

Dein Gehirn stuft die Situation als bedrohlich für dich ein und sendet daraufhin Befehle aus, die dein Überleben sichern sollen. Dein Sympathikus, das vegetative Nervensystem, kommt hier ins Spiel. Du kannst es nicht willkürlich steuern, sondern die Abläufe passieren ganz automatisch und unbewusst. Es sorgt dafür, dass in deiner Nebennierenrinde unter anderem die Alarmhormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden. 

Sie wiederum führen dazu, dass dein Blutdruck und dein Puls sich erhöhen, um wichtige Muskelgruppen im Körper besser mit Blut versorgen zu können. Allerdings nicht alle Muskeln - nur solche, die für Kraft und Schnelligkeit zuständig sind. Die Darmmuskulatur etwa benötigt gerade keine besondere Aufmerksamkeit. 

Gleichzeitig weiten sich die Atemwege, um die Organe, besonders aber die Muskeln, mit mehr Sauerstoff zu versorgen. Die Leber setzt Zucker frei, um dir schnell Energie zu liefern und dich hellwach zu machen. Deine Pupillen weiten sich, damit dein Sichtfeld sich verbessert, und du bist hochkonzentriert. Wenn du überhaupt eine Chance gegen den fiesen Säbelzahntiger hast, dann jetzt! 

Alle Funktionen, die dein Körper gerade nicht akut für die Flucht oder den Angriff gebrauchen kann, werden hingegen heruntergefahren, um Ressourcen zu schonen, beispielsweise die Verdauung oder der Sexualtrieb. Dein Körper macht also in diesem Moment alles, um dir entweder die Flucht oder den Kampf zu ermöglichen. 

Du wirst für einen kurzen Moment schneller, stärker und konzentrierter sein. Sofern du dann schließlich erfolgreich warst und die Begegnung mit dem Säbelzahntiger überlebt hast, schaltet dein Körper nach der Aufregung wieder in den Entspannungsmodus.


Was passiert längerfristig mit unserem Körper?


Was passiert mit dem Körper bei Stress

Ein dauerhaft hohes Level der Stresshormone und eine ständige Beanspruchung des Sympathikus kann viele negative Folgen für einen Menschen haben. Dazu gehören etwa chronische Muskelverspannungen, Magenbeschwerden, Verdauungsprobleme und unruhiger, schlechter Schlaf. In Konsequenz wiederum werden diese Effekte eventuell zu einem schwächeren Immunsystem führen und du wirst schneller und öfter krank.

Wusstest Du schon?

So ziemlich alles, was schön ist und gut tut und dir Freude bereitet, kann dir dabei helfen, Stressanzeichen abzubauen! Du siehst also, dass die Reaktion deines Körpers erst einmal etwas Natürliches ist und dass du mit deiner Einstellung, was du als Druck empfindest, schon viel ändern kannst. Außerdem ist es wichtig, den Auslösern entgegen zu wirken, da es dauerhaft schlechte Auswirkungen auf deinen Körper haben kann.

Auch Gewichtszunahme gehört zu den typischen Symptomen von längerer Beanspruchung, da dein Stoffwechsel nicht so effektiv arbeitet wie im entspannten Zustand des Körpers. Weiterhin wird auch die Fortpflanzung beeinträchtigt, denn dein Körper sieht diese Funktion als nicht wichtig an, wenn es um das akute Überleben geht. In der Konsequenz kann das bedeuten, dass bei dauerhafter Belastung die Libido leidet und Hormonschwankungen sogar zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen.


Wie kannst du diesen negativen Folgen entgegen wirken?


Was passiert mit dem Körper bei Stress

In der Natur ist es nicht unbedingt vorgesehen, dass wir dauerhaftem diesen Effekten ausgesetzt sind. Unser Problem in der heutigen Zeit ist zumeist, dass wir gar nicht wirklich ständig ums Überleben kämpfen müssen, uns aber so fühlen. Der ständige Druck vom Chef, die Dauerbelastung von Job und Familie, von einem Termin zum nächsten hetzen zu müssen - all das kann dieselben körperlichen Symptome auslösen wie ein Säbelzahntiger. 

Der Unterschied ist, dass wir weder kämpfen noch flüchten, sondern unseren psychischen Druck einfach ertragen. Der Körper kann somit schlecht in den Ruhemodus schalten. Das Wichtigste ist natürlich, sich über die Stressfaktoren im Klaren zu sein und diese bestmöglich zu vermeiden. Wenn das nicht geht, solltest du darauf setzen, den Stress abzubauen. In erster Linie baust du dabei die Stresshormone ab. 

Was kannst du gegen Stress tun ?

Dein Körper kann Stress besonders durch Bewegung abbauen (wie etwa bei der Flucht, also dem Sprinten, oder beim Kämpfen). Gehe Joggen oder treibe anderen Sport und du wirst spüren, dass es deinem Körper gut tut. Zudem kannst du deine persönliche Empfindung von Stress beeinflussen, indem du Übungen praktizierst, die aktiv deinen Körper und deinen Geist entspannen. Das kann unter anderem Mediation, Yoga, autogenes Training, Akupressur oder auch progressive Muskelentspannung sein. Diese Tätigkeiten regen den Parasymphatikus an. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems ist, wie du weiter oben schon gelernt hast, für die Entspannung des Körpers zuständig. Wenn du ihn regelmäßig mit beispielsweise Meditationen "trainierst", wird er auf Dauer besser stimuliert und kann seiner Aufgabe, den Körper zu entspannen, gut nachkommen. Der Sympathikus, der für Angriff und Flucht zuständig ist, darf sich dann endlich auch mal erholen. Auch Singen kann dabei helfen, den Parasympathikus anzuregen, ebenso wie Kuscheln, bewusste tiefe Atmung, Massagen und lange Spaziergänge. 

Abschließendes Fazit

Dank dieses Artikels kennst du dich nun gut mit dem Thema Stressauslöser und Stressvermeidung aus, ohne dass du dass du das Netz nach endlosen, komplizierten Ausführungen und umständlich geschrieben Tipps durchsuchen musstest. 

Du weißt jetzt, was bei bedrohlichen Situation in deinem Körper passiert. Und du bist auch darüber informiert, was du selbst aktiv tun kannst, um die negativen Stressauswirkungen zu vermeiden. 

Doch bevor du jetzt gleich mit dem Meditieren oder deinen Yoga-Übungen anfängst (und das finden wir wirklich prima), sei doch bitte so lieb und lasse uns noch kurz in einem Kommentar wissen, wie dir dieser Artikel gefallen hat. Vielen Dank!

Quellenangabe:

(1) https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/psyche/stress-keiner-will-ihn-fast-jeder-hat-ihn-706211.html

(2) https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/psyche-koerper/stress.html

(3) https://www.klosterfrau.de/melissengeist/das-vegetative-nervensystem.html

(4) https://www.monkeyfit.de/vagusnerv-stimulieren

Weiterführende Studie/Statistik:

Hier eine interessante themenspezifische Studie zum Thema Chronischer Stress bei Erwachsenen.

FAQ:

Was sind die Symptome bei bedrohlichen Situationen?

Zu den Symptomen gehören hoher Blutdruck, unruhiger Schlaf, schlechter Stoffwechsel, Verspannungen und ein anfälliges Immunsystem.

Wie kann ich dem entgegen wirken? 

Das körpereigene Stresslevel kann man mit viel Bewegung, etwa Joggen, reduzieren. Ausserdem helfen entspannende Übungen wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung. 

Was geschieht im Gehirn bei Stress?

Anhaltender Stress führt dazu, dass sich bestimmte Zellen in der Amygdala stärker vermehren und die neuronalen Verbindungen zu anderen Hirnregionen gestärkt werden. Die Amygdala wird überstimuliert und wir fühlen uns überfordert und werden nervös.

Was passiert physiologisch bei Stress?

Durch die Ausschüttung von Stresshormonen kommt es zu einer Leistungssteigerung der Muskeln und einer deutlich besseren Sauerstoffversorgung... Der Blutdruck steigt, wodurch sich die Durchblutung der Muskulatur verstärkt.

Welches Hormon produziert der Körper bei Stress?

Über eine Aktivierungskette, die vom Hypothalamus, einem Abschnitt des Zwischenhirns, über die Hirnanhangsdrüse bis zu den Nebennieren reicht- die sogenannte Stressachse- bewirkt er die Freisetzung von Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus der Nebennierenrinde ins Blut.


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